Ausgabe 19, April 2018

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Drei Engel für Wuppertal
Hilfeprojekt für Familien mit kranken Kindern

In den regelmäßig stattfindenden Teamgesprächen berät Projektleiterin Sarah Ismail
die Mitarbeiterinnen zum Umgang mit den betreuten Familien.

Text und Bild Jennifer Abels

Mit dem Projekt „Talengel“ schließt der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Wuppertal nicht nur eine Lücke im Hilfeangebot für Wuppertaler Familien in plötzlich eintretenden Notsituationen. Das Projekt ist für Frauen ab 35 Jahren auch eine Möglichkeit, nach längerer Arbeitslosigkeit einen Beruf zu ergreifen, der mehr ist, als bloße Beschäftigung.

„Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ heißt das Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, um Menschen den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Während der langen und engen Zusammenarbeit des SkF e. V. Wuppertal mit dem Familienbüro und dem Jobcenter in Wuppertal entstand die Idee, die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt mit dem Ziel zu verbinden, eine gravierende Lücke im Hilfsangebot der Stadt Wuppertal zu schließen. „Wir hatten immer wieder Anfragen von Familien, die Schwierigkeiten bei der Betreuung von Geschwisterkindern hatten, wenn zum Beispiel ein Frühgeborenes, behindertes oder krankes Kind zur Welt kam“, erklärt Heidemarie Etgeton vom Familienbüro der Stadt Wuppertal.

Denn wer bringt das Geschwisterkind zur Schule oder macht ihm das Mittagessen, wenn die Eltern mit der Organisation von Pflege- und Therapiemöglichkeiten für das bedürftige Kind zu tun haben? Wer spielt mit dem Kind, ist für das Kind da, wenn es alleine ist und keine Verwandten hat, die sich kümmern können? Seit einem halben Jahr tun genau das die Wuppertaler »Talengel« Soumia Baaj, Zohra Moulay und Jane Hamerouch. 30 Stunden wöchentlich unterstützen sie Familien in besonderen Belastungssituationen, kümmern sich bis zu fünf Stunden täglich um den Alltag der gesunden Kinder, spielen mit ihnen, kochen und helfen bei den Schularbeiten. „Es ist eine wunderschöne Arbeit, die glücklich macht, weil wir diese Familien glücklich machen“, erzählt Soumia Baaj. Die gelernte Krankenschwester spricht fließend Arabisch, Französisch und Deutsch, ihre Kollegin Zohra Moulay zusätzlich Englisch.

Mit dem Präventions-Projekt „Netzwerk niedrigschwelliger Hilfen“ hat der SkF e.V. Wuppertal bereits seit fünf Jahren Erfahrung mit flexibler, unbürokratischer Hilfe für Menschen in Notsituationen. Hier unterstützen drei Mitarbeiterinnen Familien in Krisensituationen mit Schulwegbegleitung, Kinderbetreuung, hauswirtschaftlichen und behördlichen Hilfen. „Das ist bei den »Talengeln« anders“, betont Projektleiterin Sarah Ismail. „Bis die Eltern die neue Lebenssituation mit dem pflegebedürftigen Kind organisiert haben, kümmern sich unsere Frauen vor allem um das Wohl der Geschwister-kinder.“

Alle »Talengel« werden vorab geschult in Kinderkrankheiten und Erster Hilfe und treffen sich zu regelmäßigen Teamgesprächen, um Erfahrungen auszutauschen und Probleme zu besprechen. Demnächst wird es eine Schulung zum Thema „Nähe und Distanz“ geben. Denn die Frauen, die teilweise sehr viel Zeit in den Familien verbringen, werden von Eltern tatsächlich als „wahre Engel“ empfunden. „Da ist es nicht immer leicht, sich abzugrenzen“, erklärt Jane Hamerouch. „So ein Abschied tut dann auch schon mal weh.“

Jennifer Abels arbeitet als Pressereferentin für den Sozialdienst katholischer Frauen in Wuppertal (SkF e.V.).

Talengel

Das Projekt „Talengel“ richtet sich ausschließlich an Familien mit kranken, behinderten oder zu früh geborenen Kindern. Die Hilfe ist für Familien, die Sozialleistungen beziehen, und zeitlich auf die akute Notsituation begrenzt. Das Projekt ist befristet bis zum 31. Dezember 2018.

Informationen & Kontakt

SkF e.V. Wuppertal
Projekt: Talengel
Ansprechpartnerin: Sarah Ismail
Bembergstraße 20, 42103 Wuppertal
Telefon: 0202 93126-20
E-Mail: sarah.ismail@skf-wuppertal.de
www.skf-wuppertal.de

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